08.04.2005
Sockenabo: Schicken statt stricken - manager-magazin.de
Socken sind das Verschleißteil der Männergarderobe und das zweitegalste Kleidungsstück der Welt. Dabei können sie schnell einen guten Gesamteindruck verderben. Findige Unternehmer bieten deshalb eine skurrile Fußpflege für Manager an.
Hamburg - Wohl der Socke, die am Ende in Kinderhände fällt. Bekommt zwei Knöpfe als Augen verpasst und einen Mund aufgestickt und erwacht als Handpuppe zu neuem Leben, wenn man das so nennen kann. Manchmal reicht die kindliche Ausdauer für eine ganze Gruppe. Falls hinten im Kleiderschrank eine weiße Tennissocke auftaucht, reiht sie sich mit den schwarzen zu einer Multikulti-Gemeinde auf. Leider sind die Weißen knapp geworden, seit sie 1982 im Slipper von Michael Jackson beim Moonwalk Karriere machten und fortan der Hit in der kruden Modewelt der 80er waren. Heute sind alle Socken schwarz, das zweitegalste Kleidungsstück nach dem Feinrippunterhemd. Socken taugen nicht mehr als Differenzierungsmerkmal. Socken sind das Verschleißteil der Modewelt. Weil der Kauf keine Erbauung nach Feierabend verspricht und deshalb gerne aufgeschoben wird, bieten findige Internethändler seit einiger Zeit Socken im Abo an. Die Idee stammt von den Chefs der Schweizer Firma blacksocks, die mit weitem Abstand Marktführer ist. Deren Gründern fielen der Legende nach 1994 beim ohne Schuhe eingenommenen japanischen Tee die ungleichen verwaschenen Socken ihrer Geschäftsfreunde auf. Mit der Lösung trauten sie sich zwar erst 1999 auf den Markt. Inzwischen verschickt ihre Blacksocks AG aber nach eigenen Angaben mehrmals jährlich Socken an 15.000 Kunden. Allein im vergangenen Jahr sei der Kundenstamm um 25 Prozent gewachsen, sagen die Gründer am Sitz der Schweizer Firma in Zürich. Für die Jahrespakete kassieren sie zwischen 50 und 200 Euro jährlich, je nach Menge und Qualität. Die Geschäfte bahnen sie wie
getsox.com, sockenportal.de oder socken-haus.de ausschließlich übers Internet an. Auf mindestens zwei Dutzend ist die Zahl der Händler mit entsprechendem Geschäftsmodell inzwischen angewachsen. ...
http://www.manager-magazin.de/life/mode/0,2828,druck-344414,00.html